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Die Altstadt
Drachenstadt der Unternehmer und Handwerker

Alles begann mit einem Drachen. Er schlüpfte tief in dem längsten slowenischen Berg mit dem Namen Košuta. Als er zu einer riesigen Bestie herangewachsen war, teilte er den Berg. Dabei wurde eine donnernde Felslawine ausgelöst, die die Siedlung unterhalb des Berges verschüttete. Um sich zu retten liefen die Einwohner ins Tal. Nach einiger Zeit ging ihnen der Atem aus und sie blieben stehen. Genau an dieser Stelle wuchs das heutige Tržič.


Das war vor langer, langer Zeit.

So lang, dass im Jahr 1492, genau zwei Monate nach Columbos Entdeckung Amerikas, Tržič nicht länger ein Dorf, sondern bereits Marktgemeinde war. Alle paar Jahrhunderte hat sich Tržič erneuert, weil es bis zum Boden abgebrannt ist. Deshalb ist es heute die einzige Stadt mit zweihundertjährigem Brandschutz und es werden seitdem verordnungsgemäß Metalltüren und Metallfensterläden verwendet.

Es ist eine Stadt mit berühmter Handwerksgeschichte.

Weil es hier schon in der alten Römerzeit viel Verkehr gab, haben sich die Einwohner von Tržič in ausgezeichnete und sehr geschäftige Stahlarbeiter, Wagenmacher, Textilarbeiter, Gerber und vor allem Schuhmacher entwickelt. Von der berühmten Handwerksgeschichte zeugt heute die reiche Sammlung des Museums in Tržič. Tržič ist heute eine angenehme Altstadt, die unter Denkmalschutz steht.

Aber mal wirklich, was wurde aus dem Drachen?

Diesem Drachen, dem die Entstehung von Tržič zu verdanken ist? Er wurde von derselben Lawine, die er ausgelöst hat, begraben. Zum Glück – sonst würde er noch heute die Besucher von Tržič ängstigen.

Die Geschichte der Stadt

Im Rahmen der historischen Besonderheiten kann sich unter den Krainer Marktgemeinden einzig und allein Tržič mit der gut erhaltenen Gründungsurkunde, mit der Tržič im Jahr 1492 in den Stand der Marktgemeinde erhoben wurde, rühmen. Ihre Entwicklung verdankt Tržič am meisten dem Weg, der vom Oberkrainer Flachland über den Loibl-Pass nach Kärnten führte.

Archäologische Funde beweisen, dass es sicher schon zu der historischen Epoche bestand, als die römischen Städte Virunum auf dem Zollfeld und Emona über den Loibl-Pass miteinander verbunden waren. Dieser Markt auf dem Loibl (Forum in Lubelino) stand an diesem Verbindungsweg, jedoch wurde er von einer Lawine verschüttet und ein Teil der Bewohner siedelten ins Tal um, dorthin wo die heutige Siedlung Neumarkt gegründet wurde. Die Siedlung entwickelte sich am Fuße des Burgberges, auf dem einst ein Schlösschen und später das Herrenhaus Grad Neuhaus standen. Ihre Entwicklung und Gestalt wurden von der Verkehrsader und dem blühenden Schmiedehandwerk bzw. dem Hammerwerk diktiert.

Im Jahr 1492 wird Tržič Marktgemeinde

Ende des 15. Jahrhunderts war das Bedürfnis nach einem organisierten Markt groß und so wurde der Gründungsakt erforderlich, der der Siedlung den Stand der Marktgemeinde verlieh. Im Jahr 1492 erhob Kaiser Friedrich III. auf die Bitte der damaligen Eigentümer von Tržič hin das Dorf Tržič – Neumarktl in den Stand der Marktgemeinde. So reihten sich in der Stadt wöchentlich und auch jährlich zahlreiche Märkte und Messen, von diesen waren die Andreasmesse vor Nikolaus und die Messe am Engel-Sonntag (dem ersten Sonntag im September) die Bedeutendsten.

Schlimmer Brand im Jahr 1811

Das schlimmste Unglück, dass Tržič heimsuchte geschah l. 1811, als ein schrecklicher Brand ausbrach und die Schmieden, Hammerwerke und zahlreiche Handwerksstätten, sowie Stadthäuser bis auf die Grundmauern abbrannten, sofern sie nicht von den steinernen Seiten gerettet wurden. Das traurige Ergebnis des Brandes: 150 Häuser und über 60 Werkstätten zerstört, 75 Todesopfer.

Der Wiederaufbau von Tržič nach dem Brand verlief langsam. Hierfür wurde eine besondere Vorschrift erlassen, die vorschrieb, dass eiserne Türen und Fensterläden eingebaut werden mussten. Diese eisernen Türen und Fensterläden wurden zu einer echten europäischen Besonderheit. Im Wesentlichen hat der Hauptplatz "glavni trg" sein Erscheinungsbild bis heute erhalten. Tržič rühmt sich seit dem Jahr 1926 mit dem Stadttitel, als der König der Serben, Kroaten und Slowenien, König Alexander I. Tržič von der Marktgemeinde zur Stadt erhob!

Kulturelle und historische Denkmäler

Der Altstadtkern von Tržič ist seit dem Jahr 1985 als kulturelles und historisches Denkmal geschützt. Die Gebäude mit ihrem mittelalterlichen Grundriss mit einer Werkstatt, einem Lager und einem Flur im Erdgeschoss behielten nach dem Brand im Jahr 1811 ihre klassizistisch geformte Anordnung. Alle Gebäude haben auch noch immer andere gemeinsame Merkmale, die nach dem Wiederaufbau der Stadt bis heute erhalten geblieben sind:

  • Portale, geschmückt mit Rosetten, mit dem Herstellungsjahr, den Anfangsbuchstaben des Hausherren und dem Gottesauge, in welchem die Hausnummer zu finden ist, sowie mit Fensterrahmen aus grünem Tuffstein,
  • geschmiedete eiserne Fensterläden, Fenstergitter und Türen, die verhindern sollten, dass sich das Feuer bei einem erneuten Brand in der Stadt ausbreiten würde,
  • »firb'c« (Neugierde-) Fenster (das einzige noch erhaltene befindet sich in der Straße Koroška cesta Nr. 1); durch diese Fenster hatten die Damen bzw. die Frauen der Stadt Tržič den Überblick über das Geschehen auf den Straßen ohne dass sie sich aus dem Fenster lehnen mussten,
  • Trockenluken auf dem Dach - zum Trocknen von Pelzen, Leinen und Strümpfen,
  • Prellsteine am Straßenrand, die sogenannten »opestniki«, die nach der Radnabe (pesto) am Rad des Wagens benannt sind, welche anstatt in die Fassade zu prallen gegen den Stein prallte. Auf diese Weise wurden die Häuser bzw. die Fassaden vor Beschädigungen geschützt.

Die Gebäude in der Altstadt sind auch wegen der Menschen, die in ihnen lebten und wegen ihrer architektonischen Merkmale interessant.

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