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Themenweg Konšca
Wie lebte man einst auf den Almen?

Lesen Sie nichts darüber. In Tržič können Sie es hautnah erleben. Der Themenweg Konšca ist einzigartig, er zeigt das Leben auf den einsamen Almen. Hier besuchen wir Bergbauern, überqueren hohe Weiden und tauchen in die Einsamkeit der Wälder unterhalb des Berges Storžič ein. Die hier ansässige Kultur und Natur sind wie ein offenes Buch.

»Konšca« bzw. Konjščica ist eine mit Wald bewachsene Hochebene, die sich steil über der abgründigen Schlucht Dovžanova soteska erhebt und sich wie ein Pferderücken von der Alm über den Sattel bis zum Fuß des Berges Javornik zieht. Am Gipfel, kurz unter der Waldgrenze, am Sattel zwischen den Tälern Tržiška Bistrica und Lomščica, verweilt der Wanderer einen Augenblick über der Wasserscheide und sieht sich im Spiegelbild der Wasseroberfläche inmitten eines Kranzes umgeben von Bergen. Die hohe Pyramide des Storžič im Süden, den Graben Košuta im Norden, und dazwischen ... »Konšca«.

Wir fahren durch Tržič bis zum Dorf Lom pod Storžičem und weiter in Richtung der Ortschaft Potarje. Wir parken auf dem Parkplatz bei der Abzweigung zum touristischen Bauernhof "Pr'Tič". Dort kommen wir in wenigen Minuten an.

Wie wurde früher gearbeitet?

Auf diesem hochalpinem Bauernhof "Pr´Tič" führt die Familie Perne die Tradition der natürlichen Landwirtschaft und Tierzucht fort. Sie hat sogar ganz in der Nähe eine eigene Alm, wo die Rinder der autotonen slowenischen Rinderrasse - "Cike"- grasen.

Oberhalb des Bauernhofes folgen wir der Waldstraße durch ein Lerchenwäldchen bis zur zuvor genannten Alm "Tičova planina" der Familie Perne. Dort sehen wir einen Richtungsweiser, der uns eine Abkürzung zur Hütte "Dom pod Storžičem" weist, aber auf der Hochebene »Konšca« gibt es so viele interessante Ecken, dass wir uns die Abkürzung lieber für den Rückweg aufsparen. Deshalb wählen wir den markierten Weg in Richtung der Alm "Planina Spodnja Konjščica". Wenn sich der Weg der Alm nähert, gibt es auf der linken Seite einen außergewöhnlichen Aussichtspunkt auf den Berg Boršt, von wo aus sich eine wunderschöne Aussicht auf den Graben Košuta und das obere Tal Tržiška Bistrica eröffnet. Bei schönem Wetter können wir auch die östlichen Karawanken und die Julischen Alpen sehen.

Vom Aussichtspunkt gehen wir weiter durch das Holz zu Beginn der Alm und nach einigen Minuten gelangen wir zur Hütte der Hirten auf Spodnja Konjščica. Auf diesem Weg können wir in den nahen Felsen versteinerte Spuren des Lebens finden.

Hier weideten einst auch Pferde, heute begegnen wir neben den Wanderern auch Rindern auf den nahen Weiden. Einen Besuch empfehlen wir vor Allem in der Saison, wenn das Vieh hier weidet (vom 15. Juni bis zum 15. September), denn dann können wir die Gerichte der Senner versuchen, vor allem Saure Milch, Quark und "Masovnik", ein altes Sennerei-Gericht aus saurer Sahne, Mehl und Eiern. In der Hütte zeigt uns der Almwirt alte Behälter, die auch heute für die Milchverarbeitung auf der Alm noch immer unverzichtbar sind. Wissen Sie was eine "latvica" ist? Nein? Dann fragen Sie den Almwirt!

In der Nähe ist ein Tümpel, der dem Vieh als Tränke dient. Am südlichen Abhang blüht sogar Männertreu. Eine Besonderheit dieser Alm ist ein einzeln stehender, mit Wald bewachsener Fels mit einem kleinen Loch, dass früher als natürlicher Kühlraum genutzt wurde.

Von Spodnja Konjščica führt der Weg über die Weide und nach ca. einhundert Metern biegen wir steil in den Wald ein. Nach einer halben Stund gelangen wir auf eine Waldlichtung und erblicken erneut den Berg Storžič. Während die Alm Spodnja Konjščica holprig und mit Waldrand umgeben ist, ist die Alm Zgornja Konjščica vollkommen anders. Auf dieser Hochebene eröffnet sich zwischen vereinzelt stehenden Bäumen eine weite Aussicht. Neben der Pyramide Storžič auf dem Sattel beobachten wir den langen Graben Košuta. Zahlreiche seichte Tümpel sind aufgrund des undurchlässigen Untergrunds aus Quarzkonglomerat entstanden und bestehen auch während des ganzen Jahres. Wenn wir näher herangehen, können wir den Kindern auch Almmolche zeigen. Wir treten ganz vorsichtig auf, damit wir sie nicht zertreten.

Jedes Schild am Wegesrand erzählt seine Geschichte.

Wenn wir die Molche wieder verlassen, machen wir uns auf den Weg auf den Berg Bela peč, der uns wieder großartige Aussichten eröffnet. Der Weg verläuft eben durch einen Wald. Nach einem 10-minütigen Fußmarsch gelangen wir zum Aussichtspunkt, der sich auf der rechten Seite befindet. Da der Aussichtspunkt nicht gesichert ist, kann man nicht vorsichtig genug sein. Auf dem steinernen Pier über dem Tal Lomska dolina hält sich der Schnee nicht lange, denn der Kalkstein erwärmt sich schnell. Von Bela peč, wo es auch einige Klettersteige gibt, hat man eine außergewöhnliche Aussicht auf das vom Gletscher gebildete Tal Dolina Lomščica, auf den Berg Storžič und die Julischen Alpen mit dem Triglav.

Von Bela peč steigen wir durch den Wald auf die Waldstraße und zur Hütte "Pr'Zdravc" hinab. Unterhalb der Hütte gibt es einen steilen Hang, den das Sturzwasser kräftig zerfurcht hat. Von der Hütte führt auch ein Weg zur Alm Javornik, doch wir steigen den steilen und steinernen Weg zu »Gabrčov rot« hinab, der schon seit Jahrhunderten mit der Sense von Hand gemäht wird, denn seine Hänge sind so steil, dass ein maschineller Grasschnitt nicht möglich ist. Gewöhnlich mähen sie hier Ende Juli, das Heu wird dann in Heuschobern aufbewahrt. Wenn die Eigentümer in der Hütte sind, können wir uns die Gegenstände ansehen, die zum Handmähen genutzt werden.

Bis zum Talkessel gehen wir entlang der Schotterstraße bis zur Orientierungstafel »Kotu«. Dann machen wir uns auf den Weg bergab entlang des Waldweges bis zum linken Ufer des Baches, das uns in den Talkessel führt. Im Umland von Tržič war das Köhlerwesen einst eine der ertragsreichsten Tätigkeiten, denn die Entwicklung der Hammerwerke und der Eisenschmieden war sehr abhängig von der Kohlegewinnung. Holzkohle wurde im Wald in Kohlenmeilern verkohlt. Dort wo einst Kohlenmeiler standen, stößt man noch heute in kleineren Begradigungen auf außergewöhnlich schwarze Erde. Auch in diesem Kessel gab es Kohlenmeiler, sogenannte »kopiše«. Überreste der Notunterkunft des Köhlers sind noch heute sichtbar, daneben auch ein Querschnitt der Erde des Kohlenmeilers mit Überresten der Holzkohle.

Aus dem Kesselfolgen wir dem markierten Wanderweg bis zu den steilen Bergwiesen bzw. »Srpičov«. Hier gibt es mehrere Bergwiesen, jede wird nach seinem Eigentümer benannt (»Hvačmanova«, »Anžičova«, »Žitnkova«) und auch hier ist es nur möglich mit der Sense von Hand zu mähen. Trotz der anspruchsvollen Arbeit bewahren einige Eigentümer die Tradition und Anfang August, wenn längere Zeit schönes Wetter ist, sammeln sich die Burschen und Mädel des Dorfes und helfen dem Eigentümer im Tausch für eine Mahlzeit. Das Heu wird vor dem Einholen einige Tage getrocknet. Wenn die Arbeit verrichtet ist, folgt ein Festschmaus, der sogenannte »likof« und natürlich ein echter Bauernfeiertag. Leider überwächst mittlerweile der Wald schon einige verlassene Bergwiesen.

Über die Bergwiesen steigen wir hinab in den Wald und nach ungefähr zwanzig Minuten kommen wir zur Schutzhütte "Dom pod Storžičem". Hier lohnt es sich eine Pause zu machen und die Delikatessen der heimischen Küche zu probieren. Die Schutzhütte kann sowohl Startpunkt als auch Schlusspunkt unseres Weges sein, sie ist auch Ausgangspunkt für den Aufstieg auf den Berg Storžič. Wenn wir es nicht eilig haben, so können wir hier auch übernachten.

Wir kehren voller Bilder und Erkenntnisse zurück.

Wenn wir keinen Transport zum Ausgangspunkt organisiert haben, so kehren wir über denselben Weg zum Kessel zurück, wo vom Wegweiser ein Weg entlang des Hanges »Konšce« zum Bauernhof "Pr'Rekar" führt. Dort ist noch ein altes Karawankenhaus mit Rauchküche, Stube und Kammer erhalten. Auf dem Bauernhof, der das Zertifikat für ökologischen Anbau trägt, werden Damhirsche gezüchtet. Die Frau des Hauses wird uns mit Wildgulasch, gefülltem Hasen, gebratenem Kalbsfleisch, Hasenpastete, sowie hervorragender Pilzsuppe, "Žganci" (Sterze), "Štruklji" (gekochtem Strudel) und "Masovnik" (ein altes Sennerei-Gericht aus saurer Sahne, Mehl und Eiern) sowie mit originellen Gemüsegerichten verwöhnen. Der Weg führt vorbei an den Bauernhöfen "Pr'Pavšl" und "Gabrc" in Richtung der Alm "Tičova planina" und unserem Ausgangspunkt. Der Weg reicht für 7 Stunden Fußmarsch, Geschichten gibt es aber für ein Vielfaches mehr.

Auf diesen Weg können wir uns zu allen Jahreszeiten machen, zu Fuß oder mit dem Mountainbike, im Winter auch mit Tourenski oder Schneeschuhen.


Landkarten:

  • Karawanken-zentraler Teil 1:50 000, PZS
  • Storžič - Košuta 1:25 000, PZS
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